Von welchen Kindern und Jugendlichen sprechen wir?
Unsere Einrichtung betreut
junge Menschen aller Altersstufen, vom Säugling bis zum jungen Erwachsenen,
die aufgrund sozialer, familiärer und/oder persönlicher Belastung und Probleme bei uns aufgenommen werden. In der Regel
haben sie alters- und erfahrungsbedingte
spezifische Entwicklungs- und biografische Aufgaben zu bewältigen:
- frühdeprivierte, emotional vernachlässigte Kinder im Schulkindalter
- Kinder und Jugendliche, für die wir geschlechtspezifische Erziehung vorhalten
- Jugendliche im Autonomieprozess
- Jugendliche in der Schul- und Berufsausbildung
- Kinder und Jugendliche, die intensive pädagogische Hilfen benötigen
- alleinerziehende Mütter in belasteten Lebensituationen
- junge Volljährige mit seelischer Behinderung
- das System Familie in erzieherisch schwierigen Situationen
Bei einem großen Teil junger Menschen finden sich
in den Biografien lang andauernde
belastende Lebenssituationen und in der Folge komplexe Störungen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung.
Oft kommen sie mit verschiedenen Diagnosestellungen aus Kinder- und Jugendpsychiatrischen Kliniken und/oder haben unterschiedliche
Formen erzieherischer Hilfen durchlaufen.
Häufige Merkmale der Störungen sind:
- Problemverhaltensweisen haben sich schon über einen längeren Zeitraum verfestigt und sind nicht auf eine
Entwicklungsphase begrenzt.
- Sie führen zu erheblichen Beeinträchtigungen in mehreren Lebensbereichen und unterschiedlichen Situationen.
- Sie sind pädagogisch und therapeutisch schwer beeinflussbar.
- Oft hat das Kind oder der Jugendliche ein eher geringes Problembewusstsein.
- Die Störungen bewirken Leid für das Kind / den Jugendlichen selbst ebenso wie für sein Umfeld; sie
können zu äußerst belastenden Erfahrungen von Ausgrenzung und gegenseitigen Verletzungen führen.
- Es haben sich unflexible Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungsschemata verfestigt. Sie beeinträchtigen nicht nur die
Bewältigung von kritischen, sondern oft auch von ganz gewöhnlichen Alltagssitutationen. Sie führen immer wieder
zu heftigen sozialen Konflikten.
- Die Problemverhaltensweisen können die Entwicklung des jungen Menschen so wesentlich beeinträchtigen, dass ihm
zunächst die soziale Intergration in Familie und Schule und vorraussichtlich im Erwachsenenalter in Beruf und Gesellschaft
nicht gelingt. Der junge Mensch kann von einer seelischen Behinderung bedroht sein.
Die oftmals unverständlich wirkenden, unangepassten und starren Verhaltensmuster können subjektiv sinnhafte Anpassungs-
und Lebensstrategien sein. Unter Berücksichtigung der Lebenssituation und Lebenswelt des jungen Menschen mit ihren oft
schwerwiegenden Belastungen oder Traumatisierungen erschließen sie sich teilweise und werden eher nachvollziehbar.