"Sprich zu mir und ich werde vergessen, zeige mir und ich werde mich erinnern,
beteilige mich und ich werde verstehen."
Konfuzius
1. Wohngruppen für Jugendliche
In diesen Wohngruppen für Mädchen und / oder für Jungen leben Jugendliche, die aus unterschiedlichen
Gründen nicht in ihren bisherigen Familien oder Bezugssystemen leben können. Ein Team von sozialpädagogischen
Fachkräften nimmt die Erziehungsaufgaben rund um die Uhr im Schichtdienst wahr.
Ein strukturierter und geregelter Tagesablauf mit - zum Teil gemeinsam erarbeiteten Haus- und Gruppenregeln - vermittelt den
Jugendlichen das Gefühl von Kontinuität, Sicherheit und Verlässlichkeit.
Wichtige Element hierbei sind:
gegliederte Tagesstruktur
Schulbesuch (bzw. Praktikum oder Berufsausbildung)
Die Jugendlichen können im täglich begleiteten Miteinander sozial-emotionale, individuelle und lebenspraktische
Kompetenzen erwerben, diese einüben und dabei Selbsterfahrung sammeln.
Sie werden unterstützt bei der Überwindung von Krisen und der Lösung von Problemen und bekommen Hilfestellung zur
Konfliktbewältigung bei angemessener Konfliktaustragung.
Die pädagogische Begleitung (z.B. nach traumatischen Erlebnissen) und die Entwicklung von Lösungsmöglichkeiten
hinsichtlich emotionaler und sozialer Defizite sowie die Stärkung der eigenen Ressourcen erfolgen in
Einzelgesprächen und können durch die Psychologin unserer Einrichtung, durch niedergelassene Therapeuten, Beratungsstellen
und andere Einrichtungen unterstützt werden.
Durch geplante Gemeinschaftsaktivitäten und Ferienunternehmungen kann das Gruppengefühl
der Jugendlichen in den Gruppen entwickelt und gestärkt werden.
Die Jugendlichen können persönliche Erfahrungen sammeln und diese angstfrei reflektieren.
Zusammenarbeit mit Eltern gestaltet sich in der Vor- und Nachbereitung der Wochenend- und Ferienbeurlaubungen,
der Elternbesuche / -gespräche, in den Hilfeplangesprächen und gemeinsamen Aktivitäten in den Gruppen.
Selbstverständlich ist die fachliche Kooperation mit Schulen, Jugendämtern, Kinder- und Jugendpsychiatrien
und anderen.
Allen Jugendlichen stehen gruppenergänzende, motopädische und freizeitpädagogische
Angebote zur Verfügung. Die Teams erhalten regelmäßig und kontinuierlich fachliche
Beratung und Begleitung durch die Erziehungsleitungen der Einrichtung sowie Supervision durch externe Supervisoren.
9 Plätze 1:1,93 Wohngruppe für Mädchen im Hauptgebäude
Die Theresiengruppe bietet einen Lebensort für jugendliche Mädchen, die aus pädagogischer Sicht einen Schonraum benötigen, damit sie die Störungen in der Persönlichkeitsentwicklung abbauen können.
Sie werden unterstützt und begleitet bei der Entwicklung eigener Lebensperspektiven. Dabei ist Raum für
mädchenspezifische Themen, die sich auch auf Verletzungen und Störungen in der Entwicklung der sexuellen
Identität beziehen. Gemeinschaftserleben und stärkende Solidarität sind wesentlich
für das Selbstverständnis dieser Gruppe. Die Möglichkeit zum Besuch der heiminternen Förderschule für soziale und
emotionale Entwicklung ergänzt das Angebot dieser Gruppe.
Wohngruppe für Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (=UMF) im Haupthaus
IBIS II
5 Plätze 1:1,86
Wohngemeinschaft für Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (=UMF), die pädagogisch und
räumlich an IBIS I angebunden ist, sich aber wirtschaftlich selbständig versorgt.
In den Betreuungsformen IBIS I und IBIS II leben Unbegleitete minderjährige Jugendliche,
die in Deutschland Schutz bzw. eine neue Perspektive für sich suchen. Viele dieser
Jugendlichen haben Gewalt, Verfolgung und Unterdrückung erlebt, die bei ihnen zu posttraumatischen
Belastungsstörungen führen können. Gleichzeitig haben sie einen unsicheren Aufenthaltsstatus
und wissen nicht, ob sie nach ihrer Volljährigkeit in Deutschland bleiben können.
Die beiden Betreuungsformen halten ein multiprofessionelles und interkulturelles Mitarbeiter-Team vor.
An diesem sicheren und geschützten Ort können die Unbegleiteten minderjährigen
Flüchtlinge durch pädagogische Hilfe und Begleitung zur Ruhe kommen, damit sie ihre alten
und neuen Ressourcen wieder entdecken und neue Perspektiven entwickeln können. Das Team hilft
den Jugendlichen bei der Vermittlung von Sprachkenntnissen (Schule, Förderunterricht) und der
kulturellen Integration. Außerdem unterstützt das Team die Jugendlichen parteilich im
Umgang mit sämtlichen Behörden. Die Jugendlichen erfahren Zusammenhalt durch gemeinsame
Freizeitaktivitäten, wie Fußballspielen. Hierbei haben sie schon mehrere Pokale bei
Fußballturnieren gewonnen.
Die beiden Betreuungsformen arbeiten mit verschiedenen Therapeuten (u.a. mit dem PSZ Düsseldorf
und der Medizinischen Flüchtlingshilfe), dem Quartiersmanagement des Dortmunder Stadtteiles am
Borsigplatz sowie mit Afrika-positiv bzgl. Förderunterricht zusammen. Zudem sind wir Mitglied
des Fachtreffens UMF des Jugendamtes Dortmund und des Bundesverbandes UMF.
9 Plätze, 1:1,93 ausgelagerte Wohngruppe für Mädchen
Die Aussenwohngruppe in einem großen Haus mit Garten in Dortmund-Aplerbeck bietet jugendlichen Mädchen einen geschützten und gestalteten Lebensraum. Der Standort schafft die Voraussetzung
zur Integration in das soziale Umfeld des Stadtteils, trägt bei zur Erweiterung von
Selbständigkeit und Eigenverantwortung und bereitet auf autonomere Formen der Gestaltung des Lebensalltags
vor. Der Lebensort bietet den Mädchen, häufig nach stationärer Behandlung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie,
eine Fortsetzung der persönlichen - auch psychosexuellen - Entwicklung. Selbstverständlich werden auch
lebenspraktische schulische und ausbildungsrelevante Ziele unterstützt.
In beiden Gruppen leben Mädchen und Jungen im Alter von ca. 6-14 Jahren. Komplexe, oft frühkindlich erworbene
Störungen äußern sich z. B. in Entwicklungsrückständen, Störungen des Sozialverhaltens
sowie Lern- und Leistungsstörungen. Häufig ist eine kinderpsychiatrische Diagnostik und/oder Behandlung vorausgegangen.
Die Herkunftsfamilien sind häufig überfordert. Sie haben die Erziehungsaufgaben übertragen, bleiben
aber konzeptionell wesentlicher Teil im Erziehungsprozess. In der Regel ist eine Rückführung in das Familiensystem
vorgesehen.
Unsere pädagogische Basis begründet sich in dem klar gegliederten Tagesablauf, der Halt und Orientierung
bietet, sowie dem pädagogischen Lernfeld des täglichen Miteinanders.
Durch den planmäßig organisierten Ablauf mit einer Vielzahl verbindlicher, ritualisierter Strukturen,
wie unter anderem angeleiteter und bedürfnisorientierter Freizeitgestaltung und vielfältigen Förder- und
Therapieangeboten bieten wir einen Rahmen, zur Ruhe zu finden und sich weiter zu entwickeln.
Die uns anvertrauten Kinder erleben ein pädagogisches Beziehungsangebot mit der Chance, Probleme dort zu
erkennen und zu bearbeiten, wo sie sich im Zusammenleben mit anderen zeigen.
Dies geschieht in einer annehmenden, warmen familienähnlichen Atmosphäre.
Hier bieten wir Beziehungen auf Zeit, in der Eltern wie auch Kinder heilsamen Abstand zu familiären Verstrickungen finden
können. Auf der Grundlage ressourcenorientierter Arbeit bekommen die Familiensysteme die Chance, über eine
zeitlich befristete Distanz ihre Situationen neu zu bewerten, leidvolle Erfahrungen zu integrieren und andere Formen des
Zusammenlebens zu entwickeln.
Pädagogische Leitgedanken
Wir begegnen den Kindern wertschätzend, erkennen ihre Stärken und fördern dadurch ihr Selbstbewusstsein und
Selbstvertrauen.
Wir setzen Grenzen, ohne die individuelle Entfaltung einzuengen.
Wir geben Hilfestellung Gefühle wahrzunehmen und damit umgehen zu können.
9 Plätze 1:1,6 Tiergestützte Pädagogik für Kinder
Hier werden 6-12-jährige Kinder mit Auffälligkeiten und Störungen im Sozialverhalten,
traumatisiert durch emotionale Vernachlässigung, Gewalterfahrung oder Missbrauch unterschiedlichster Art aufgenommen.
Wir bieten den Kindern in einem schönen, am Wald im Dortmunder Süden gelegenen Haus die Möglichkeit,
in klarem Rahmen, mit vielfältigem Beziehungsangebot, sich neu zu ordnen und in ihrer Persönlichkeit zu entwickeln.
Ein fachlicher Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Tiergestützte Pädagogik.
Durch die Pflege der Tiere und den Umgang mit ihnen lernen die Kinder Verantwortung zu übernehmen und
Kontakt/Beziehungsprobleme abzubauen.
Die Tiere helfen, die Kinder in ihren Traumatisierungen zu erreichen und psychische Verletzungen und geringes
Selbstwertgefühl aufzuarbeiten.
Unser großzügiges Gelände wie auch der angrenzende Bachlauf, Wald und Feld bieten
Naturerfahrung und ein ideales Trainingsfeld für die Förderung psychomotorischer
Kompetenzen, als weiterer Pfeiler unserer Arbeit, die Kinder im Alltag begleitet. Hierzu sind zwei Mitarbeiter
des Teams speziell geschult.
10 Plätze 1:2,5 stationäre 5-Tage-Gruppe für Kinder
Die vollstationäre 5-Tage-Gruppe nimmt Kinder und Jugendliche im Alter von 6-14 Jahren auf.
Sie stellt ein familienergänzendes Angebot dar, bei dem die Eltern bzw. die gesamte Familie in besonderem
Maß
aktiv in die Betreuung und die weitere Entwicklung ihres Kindes einbezogen werden. Damit unterstützt diese Form der Hilfe den
Fortbestand familiärer Bindungen. Ziel unserer Bemühungen ist es, Kinder und deren Eltern so zu
unterstützen, dass jene mittelfristig ihr häusliches Umfeld und in die Regelschule zurückgeführt werden
können.
Dazu ist ein zielorientiertes Arbeitsbündnis mit den Eltern/ Erziehungsberechtigten des Kindes notwendig,
durch das einerseits unsere pädagogische und therapeutische Arbeit mit dem Kind unterstützt wird und andererseits die
Familiensituation bzw. -dynamik so stabilisiert wird, dass die durch die Unterbringung in der 5-Tage-Gruppe vorgenommene Entlastung
wieder wegfallen kann. Das Team ist multiprofessionell ausgestattet und vereint die heilpädagogische,
sozialpädagogische und systemische Arbeit.